Wilder Fenchel - bei Kennern
mitunter eine begehrte Gemüseart

Im Gebiet rund um das Mittelmeer ist der Fenchel zu hause. Aus angelegten Kulturen heraus hat er sich in Mitteleuropa nur hier und da vereinzelt und verwildert angesiedelt, aber nur vorrübergehend. Seine Verwandschaft mit dem Dill ist nicht von der Hand zu weisen. Er unterscheidet sich durch ungeflügelte, eiförmig-längliche Früchtchen, die beim Dill linsenförmig und von einem flügelartig verbreiterten Rand umgeben sind.

Der Fenchel weist Blattscheiden auf, die in der Regel 3 - 6 cm lang und an der Spitze kapuzenförmig vorgezogen sind. Beim Dill sind sie im Vergleich dazu nur weniger als 2 cm lang. Die einzelnen Fenchelarten unterscheiden sich hauptsächlich im Geschmack der Früchtchen, der zwischen süßlich und ziehmlich scharf variiert.

Fenchelknolle

Als Gewürz- und Heilpflanze wird der Fenchel aber erst durch das aus den Früchten gewonnene Öl interessant. Anethol ist der Hauptbestandteil dieses ätherischen Öls, das sowohl magenstärkend und krampflösend wie auch appetietanregend und harntreibend wirkt. Sein kräftiger, aromatischer Geruch und seine günstigen Wirkungen auf die Verdauungsorgane haben ihn auch zu einem beliebten Speisegewürz werden lassen. Die Blattansätze einer angebauten Fenchelsorte werden als Gemüse verwertet.

Vorkommen: In Mitteleuropa kultiviert, in warmen Gegenden gelegentlich verwildert.

Merkmale: 80 cm bis 2 m hoch. Ausdauernd oder zweijährig, Blüten gelb (Juni - August) klein, in großen Dolden. Geruch aromatisch, Geschmack würzig, etwas bitter.

Wirksame Teile: Frische Blätter, Wurzel (einjährig), Früchte (September - Oktober)

Medizinische Eigenschaften: Appetitanregend, auswurffördernd, harntreibend, krampflösend, reguliert die Menstruation, regt die Milchsekretion an, tonisch, wurmtreibend, wundheilend, fördert die Verdauung.

Anwendung: Innerlich und äußerlich, siehe einschlägige Fachliteratur.